Aufforstungsfläche
200,58 ha
CO2 Bindung
2005,8 t

Waldvermehrung

Öffentlichkeitsarbeit



Ökosponsering in den Medien - PR-Gag oder Imagepositionierung?
Ausgangslage
Die Aktion "Lass Bäume in den Himmel wachsen", die Radio Erft zusammen mit dem Forstamt Bonn und der Erftkreis-Verwaltung durchführt, bezieht sich zwar auf den Aktionsraum "Erftkreis", kann aber jederzeit über dessen kommunale Gebietsgrenzen hinausgetragen werden. Sei es, als Vorbild für ähnliche Aktivitäten an anderen Orten, sei es über eine Zusammenarbeit mit den unmittelbaren räumlichen Nachbarn, die über eine ähnliche naturräumliche Struktur verfügen. Diese ist im Erftkreis gekennzeichnet durch Waldarmut
(11 % Waldanteil an der Gesamtfläche), starke landschaftliche Überformung durch die Braunkohleaktivitäten, intensive Landwirtschaft und starke Zersiedelung in großstadtnaher Randlage.
Radio Erft ist in diesem Rahmen nicht nur unbeteiligter außenstehender Beobachter, sondern ein Teil des gesellschaftlichen Lebens im Verbreitungsgebiet."Wir engagierten uns nicht nur auf dem Äther, sondern auch außerhalb des Studios auf Events aller Art. Je nach Anlass setzen wir auf eigene "Duftmarken", treten als Initiator von Veranstaltungen, Projekten und Serien auf. Dies tun wir zum einen aus eigenwerblichen Motiven, um auf uns aufmerksam zu machen, zum anderen aber ist unser Engagement auch als Bekenntnis zur Region zu verstehen, die die eigentliche Legitimation für unsere Existenz ist, und an deren langfristiger und nachhaltiger Fortentwicklung wir ein unmittelbares Interesse haben müssen."

Aktionsstart Der Anspruch, als Medium am öffentlichen Leben teilzuhaben, gilt das ganze Jahr. So auch in der sogenannten "fünften Jahreszeit" während des rheinischen Karnevals. Wir berichten über Karnevalssitzungen, spielen Karnevalsmusik und nehmen an den Umzügen teil. Wie es sich gehört, beteiligen auch wir uns an dem Brauch das Volk von den reich geschmückten Karnevalswagen herunter zu beschenken. Ganz im Sinne der Lokalen Agenda, die für nachhaltige Entwicklung plädiert, wollten auch wir im Sinne einer nachhaltigen Öffentlichkeitsarbeit Dinge verteilen, an die sich unsere potentiellen Neuhörer auch über den Karneval hinaus erinnern können. Zur Verteilung kamen schließlich Tütchen mit Hainbuchensamen, die das Forstamt kostenlos zur Verfügung stellte und die die Erftkreisverwaltung bedrucken und packen ließ. "Keime statt Kamelle" war das Motto, aus der heraus dann die Idee für eine gemeinsame, alle "fünf Jahreszeiten" umfassende Aktion "Lass Bäume in den Himmel wachsen" entstanden ist.
Die erste gemeinsame Pflanzung fand im Mai 1995 auf einem Pflanzfeld in der Nähe von Pulheim-Stommeln statt. Am Start der Aktion nahmen neben der gesamten örtlichen Presse auch die höchsten Repräsentanten des Kreises und einiger Kommunen, Vertreter der großen Unternehmen aus der Region, Fachleute aus Land- und Forstwirtschaft und von lokalen Umweltorganisationen teil. Auf dem gleichen Feld fand zwei Jahre später das über den lokalen Rahmen hinaus bekannt gewordene Sommersonnenwendspektakel "Land-Art" statt, von dem an anderer Stelle noch die Rede sein wird.
Werbemittel Die Aktion ist auf Langfristigkeit angelegt, denn Bäume brauchen Jahrzehnte bis sie ausgewachsen sind.
Dies will auch unsere publizistische Begleitung beherzigen. Sie soll mehr sein als nur eine einmalige Berichterstattung über den Start der Aktion. In unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Zeit wird der Bürger kontinuierliche aber langsame Entwicklungen nur dann dauerhaft wahrnehmen können, wenn diese - aufbauend auf einer Basis von Bekanntem
- mit immer wieder neuen Ideen auf sich aufmerksam machen.
Dies bedingt eine ausdifferenzierte, dreigleisige Öffentlichkeitsarbeit. 1. Grundausstattung der Aktion mit einer "Corporate Identify"
- Aktionslogo,
- Briefpapier,
- Urkunden,
- Spendenbescheinigung,
- Infobroschüre(n),
- Aufkleber. 2. Einmalige und anlassnahe Werbemittel:
- Teetüten mit Tee aus nachhaltigem Anbau aus einem Kooperationsprojekt der Aktion in Indien (für Karnevalsumzüge),
- Einladungskarten und Plakate für das "Landart-Projekt KREISWALD; der Aktionskünstler Holger Hagedorn und Winfried Lucassen,
- Plakate und Eintrittskarten für eine aktionsunterstützende Kabarettveranstaltung mit Rainer Pause "Tod im Rheinland",
- "Pflanzsteckbriefe",
- "Symbolische Schecks" in DIN A 1 für Spendenübergabetermine. 3. Mehrfach einsetzbare Werbemittel: (siehe Produkte)
- Holzwürfel, der die Raumzunahme des nachwachsenden Rohstoffes Holz im Aktionsgebiet pro Sekunde verdeutlicht,
- Satellitenkarte des Erftkreises, die die geringen Waldanteile im Überblick verdeutlicht,
- Spielgerät "Greifwald" für Außenveranstaltungen, mit der Möglichkeit Früchte und Gegenstände z. B. aus dem Wald zu ertasten,
- Buntstifte, Spielzeuge und Schreibsets aus Holz.

Kooperationspartner Die aktionsgestaltenden Kooperationspartner von Forstamt Bonn, der Erftkreisverwaltung und Radio Erft treffen sich in regelmäßigen Abständen bis zu zehnmal im Jahr, um das gemeinsame Projekt kontinuierlich mit Leben zu füllen. Dabei steht an oberster Stelle das Ausgangsziel, einen möglichst großen Teil der Bevölkerung in die Aktion einzubinden, von der Richtigkeit unseres gemeinsamen Ansinnens zu überzeugen. Der Erfolg dieser Bemühungen lässt sich an der Anzahl der Einzelspender ablesen.
Die Einzelspender machen es über die Masse, die großen Spendensummen allerdings kommen über die Unternehmen der Region. Hier ist es gelungen, alle namhaften Groß- und zahlreiche mittelständische Unternehmen auf die Aktion aufmerksam zu machen und zu Spenden zu bewegen.
Dies erfolgte über:
- persönliche Einzelgespräche,
- aktionsbegleitende Rundschreiben, z. B. "Land-Art",
- Pressetermine zu anderen Anlässen,
- Gezielte Unterstützungsanfragen,
- Kontaktherstellung über die kommunalpolitische Schiene,
- Nachrichten bei Radio Erft und Berichterstattung in der Presse, auch --überregional,
- Plakatierungen,
- Diplomarbeiten. Zu den größten Spendern (Sponsoren) gehören:
- Ford,
- Volks- und Raiffeisenbanken,
- Kreissparkasse Köln,
- Rheinbraun,
- DEA,
- Möbel Hausmann,
- Brillen Fielmann. Über die Kooperation mit Spendern hinaus arbeiten wir mit thematisch betroffenen bzw. interessierten Organisationen zusammen:
- BUND Erftkreis,
- NABU Erftkreis,
- Greenpeace,
- LÖBF NRW;
- Kindergärten,
- Kommunen und Umweltämter,
- Künstler und Kulturämter,
- Wuppertalinstitut,
- Hochschulen.

Aktionen Folgende Einzelaktionen (Events / Pflanzaktionen) wurden in den zurückliegenden Aktionsjahren realisiert: - Pressetermine mit Scheckübergabe von Großspendern ab 5.000 DM und symbolischer Baumpflanzung mit Landrat, Forstamtsleitung und Chefredaktion in allen Kommunen des Erftkreis,
- Erstellung und Verteilung von aktionsbezogenem Wurfmaterial für Karnevalsumzüge (Tüten mit Baumsamen) in allen Kommunen und Gemeinden,
- Auftaktveranstaltung zur Lokalen Agenda 21 mit Referaten, Workshops und Mitmachaktionen in Erftstadt,
- Waldtagung in Bergheim mit Vorträgen und Exkursionen,
- Sommersonnenwendspektakel mit Aktionskünstlern und Errichtung eines Naturkunstwerkes auf einer Aufforstungsfläche in Pulheim-Stommeln,
- Wanderausstellung "Holz - nachwachsender Rohstoff" in mehreren Kreissparkassenfilialen, z. B. in Brühl und in Erftstadt,
- Aktion "Für eine Viertelmillionen in den Himalya" - Gewinnaktion anlässlich des 5. Geburtstages von Radio Erft. Unter allen Einsendern, die die Waldaktion mit einer Spende unterstützt haben, wurde eine Reise in eine von "Demeter" zertifizierte ökologische Teeplantage mit Aufforstungsaktivitäten in Indien verlost; die Verlosung fand in Kerpen statt,
- "Fordpflanzung" - für jedes zurückgenommene Altauto ohne Katalysator spendete die Firma Ford einen Baum (Gesamtzahl: 50.000 Bäume, erste Pflanzfläche in Erftstadt-Bliesheim),
- Baumpflanzungen zur Verschönerung von Kindergärten durch die Kinder selbst, z. B. in Frechen,
- Weihnachtsbaumverkauf zugunsten der Aktion "Lass Bäume in den Himmel wachsen"; für jeden verkauften Weihnachtsbaum gab es eine Spende von 1,00 DM von Möbel Hausmann, Bergheim,
- Teilnahme an Umweltschutzwettbewerben (siehe Auszeichnungen).